Dies ist ein Kommentar zu diesem Blogpost.
Also die Treffer von google.de für “so was” sind 18.800.000 die für “sowas” 29.300.000. .
Außerdem gab es sogar mal eine Sendung des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders ZDF, die “Na sowas!” hieß.
Die eigentliche Frage mit der man sich auseinandersetzen sollte ist nicht was ist die “richtige” oder “falsche” Rechtschreibung, sonder was ist der Unterschied zwischen deskriptiver Grammatik und Lexik auf der einen und präskriptiver Grammatik und Lexik auf der anderen Seite.
Anders ausgedrückt muss man entscheiden, ob man der naheliegenden Definition von Sprache, als das was die Sprecher dieser Sprache sprechen (und schreiben), wirklich eine Absage erteilen will und Sprache als das definiert was wahlweise die Dudenredaktion oder ein Gesetzgeber vorschreibt.
Allerdings sollte man sich auch bewusst machen was so etwas de facto heißt, nämlich das z.B. ein Text der Neologismen enthält, z.B. die in Fachkreisen kürzlich eingeführte Bezeichnung für ein neues Phänomen, formal als “falsch” zu betrachten wäre.
Ich persönlich für meinen Teil behalte dann doch lieber eine deskriptive Herangehensweise bei.
Schließlich sind die ganzen formalen Regelwerke verbindlich nur für Schulen und Behörden. Nicht für Autoren, Verlage, Redner oder sonst irgendjemanden.
Was übrigens auch das Bundesverfassungsgericht einmal festgestellt hat:
http://www.bverfg.de/entscheidungen/rs19980714_1bvr164097.html
Ich habe auch nie so ganz verstanden, warum viele im deutschen Sprachraum so große Probleme mit verschiedenen Schreibvarianten etc. zu haben scheinen.
Die gesprochene deutsche Sprache ist voll von Dialekten, also Variationen.
In diesem Sinne alle die bisher “so was” geschrieben haben sollen das weiter machen, alle die bisher “sowas” geschrieben haben sollen das auch weiter so machen, dann werden früher oder später auch die Wörterbuch Redaktionen und der Gesetzgeber beide Varianten aufnehmen.
Die Erfahrung lehrt die Macht des Faktischen hat eine stark normative Wirkung auf Normen.