Dies ist ein Kommentar zu diesem Blogpost.
“Lieber lnx2″ wäre wohl der korrekte Genus, aber mir eigentlich dann auch nicht so wichtig.
Aber zum Thema.
Vielleicht ist das nicht richtig rübergekommen google ist nicht deswegen ein Indikator für Rechtschreibung in einer deskriptiven Sprachbeschreibung, weil google zwangsläufig die richtige Antwort auf eine Frage geben würde, sondern weil es die Nutzung dokumentiert.
Und es ist ja nicht nur google.
Es gibt sogar einige Bücher in deren Titel(!) “sowas” verwendet wird.
Und warum genau haben die herausgebenden Verlage dieser Bücher den mit ihrer Schreibung weniger “recht” als der Dudenverlag mit seiner?
Schließlich ist das einzige Regelwerk, das eine juristisch herausgehobene Bedeutung tatsächlich innehat, das offizielle amtliche Regelwerk
(http://rechtschreibrat.ids-mannheim.de/rechtschreibung/regelwerk.html)
Und auch das ist nur wirklich verbindlich für Schulen und Behörden.
Alle anderen können rein rechtlich so schreiben wie sie das wollen.
Allerdings, da die meisten Menschen auch von anderen verstanden sein möchten einerseits, und es natürlich soziale Normenkontrolle andererseits gibt halten sich die meisten Menschen an eine mehr oder weniger einheitliche Rechtschreibung.
Die Umstellung (oder besser Akzeptanz als Alternativschreibweise) von “so was” zu “sowas” ändert an der Verständlichkeit eines Textes nichts bis wenig. Und die soziale Akzeptanz der Schreibung “sowas” scheint zu mindest in den meisten Kontexten auch vorhanden zu sein, wie die zahlreichen Fundstellen belegen.
Wenn man in einem Kontext schreibt in dem eine Hausorthographie einem eine bestimmte Schreibung vorschreibt, dann möge man sich ruhig an diese halten.
Aber sofern man nicht an eine amtliche oder an eine Hausorthographie gebunden ist kann man ruhig auch seine eigene ganz persönliche ‘Hausorthographie’ aufstellen, solange diese konsequent eingesetzt wird und hinreichend verständlich ist.
Wie in meinem letzten Kommentar schon angedeutet, sollte man nicht den Fehler machen Grammatik- und Rechtschreibregeln mit Naturgesetzen zu verwechseln.
Wenn einem 30 Millionen Deutsche erzählen, dass es Gravitation nicht gibt, dann ändert das an der Gravitation und ihren Wirkungen wenig.
Wenn hingegen 30 Millionen Deutsche einen bestimmten Ausdruck, eine bestimmte Grammatikregel oder eine bestimmte Schreibung verwenden und diese als korrekt akzeptieren, auch wenn sie in keinem ‘offiziellen’ Regelwerk auftaucht, dann haben sich letztlich die Regelwerke dem Deutschen anzupassen und nicht das Deutsche den Regelwerken.
Das war letztlich schon immer so und wird hoffentlich auch immer so bleiben.
Und in meiner persönlichen Meinung wäre die Aufnahme einer Schreibung, nach dem diese schon in den 80iger Jahren verwendet wurde und 30 Jahre später immer noch verwendet wird, nicht die Aufnahme von “wahllos(en) Neuerungen” sondern ein längst überfälliger Schritt.
One Comment
Ich teile ganz Deine Meinung.
Sehr gut argumentiert.
Alle anderen Meinungen gewichten die Freiheit / Meinungsfreiheit in meinen Augen zu wenig bzw. sind zu obrigkeitshörig.